sauerorgel

Die wertvolle historische Sauer-Orgel in der Liebfrauenkirche Wernigerode mit ihren 30 Registern und rund 1800 Pfeifen wurde 1883 erbaut.

Heute ist sie nur noch eingeschränkt spielbar und muss nun dringend grundlegend saniert und restauriert werden.

Dafür bitten wir Sie um Ihre Hilfe.

Mit Ihrer Spende können Sie die symbolische Patenschaft für eine oder mehrere Orgelpfeifen übernehmen und damit namentlich Ihre Verbundenheit zeigen – und das schon ab 15 Euro!

 

Über die Orgel und die Restaurierung

Wilhelm Sauer (1831-1916) gilt als einer der bedeutendsten Orgelbauer des 19. Jahrhunderts – der Zeit der Romantik und Spätromantik.

Die Sauer-Orgel in der Liebfrauenkirche ist das größte erhaltene Instrument des Meisters in Sachsen-Anhalt. Sowohl ihre besondere technische Anlage (mechanische Kegellade) als auch das prächtige romantische Klangbild stehen unter besonderem Denkmalschutz.

Die letzte Reinigung der Orgel liegt mehr als 30 Jahre zurück, vollständig wurde sie seit ihrer Erbauung noch nie gewartet. So ist die Königin der Instrumente heute in einem traurigen Zustand:
- durch abgenutzte und beschädigte mechanische Bauteile sind einige Töne schon jetzt nicht mehr spielbar oder erklingen ungewollt als Dauerton („Heuler“)
- das Pfeifenwerk ist verdreckt und verstimmt
- im Innern der Orgel finden sich Schmutz und Schimmel sowie giftige Rückstände von Holzschutzmitteln

Eine Generalreinigung ist sehr aufwendig und teuer, die Orgel muss dabei vollständig auseinander genommen werden. Zudem sollen drei Register fachgerecht und nach historischem Vorbild rekonstruiert werden: 1937 wurden nach damaligem Zeitgeschmack das Cello 8‘ im Pedal, die Gambe 8‘ im Hauptwerk und das Saliconal 8‘ im Schwellwerk entfernt. Diese wunderschönen romantischen Streicherregister fehlen dem Klangbild der Orgel heute sehr. Die Gesamkosten für die geplante Maßnahme werden auf 90.000 bis 100.000 € taxiert.

Orgelpfeifen-Pate werden und das Projekt unterstützen

Je nach Größe und Bedeutung der Pfeifen beträgt der Patenschaftsbeitrag 15 bis 1000 €. Alle Orgelpfeifen-Paten erhalten eine Patenschaftsurkunde und werden nach Fertigstellung der Restaurierung auf einer Spender- und Patentafel an der Orgel aufgeführt. Für eine Patenschaft im Wert ab 100 € laden wir Sie zu einer exklusiven Orgelvorführung ein. Dort können Sie Ihre Patenpfeife, sofern vor der Restaurierung spielbar, auch anhören.

In der Pfeifentabelle können Sie sich Ihre Wunschpfeife/n aussuchen.

Eine Patenschaft eignet sich auch hervorragend als Geschenk, zum Beispiel zu einer besonderen Gelegenheit wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder Geburtstag. Gruppen, Vereine, Firmen oder ganze Schulklassen können selbstverständlich auch eine Patenschaft übernehmen.

Die Töne einzelner Pfeifen lassen sich gut zu Tonleitern, Akkorden oder Melodien kombinieren. Der Anfang des Chorals „Großer Gott, wir loben dich“ zum Beispiel braucht vier Töne (f,e,g,a). Tonnamen können für Initialien, den Namen B-A-C-H oder anderes stehen...

Bitte verwenden Sie dieses Formular für Ihre Patenschaftserklärung. Alternativ können Sie den untenstehenden Text auch einfach in eine Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kopieren und dort mit Ihren Informationen ergänzen. Die Kontoverbindung finden Sie auch im Kasten rechts.

 

O Ja, ich übernehme eine Orgelpfeifen-Patenschaft für die Restaurierung der Sauer-Orgel in der Liebfrauenkirche Wernigerode in Höhe von:

O 15 €   O 25 €   O 50 €

O 100 €   O 200 €   O 500 €

O 600 €   O 800 €   O 1000 €

O __________ € (z.B. Summe mehrerer Pfeifen)

O Bitte teilen Sie mir eine passende Pfeife zu.

O Meine Wunschpfeife(n):

Ton/Töne ____________ Register Nr. ______

Registername __________________________ ________________________________________

O Ich möchte die Orgelpfeifen-Patenschaft verschenken an: ________________________________________

________________________________________

(Dieser Name wird auf der Urkunde stehen)

Möchten Sie eine Spendenquittung erhalten?

O Ja

O Nein

O Mit der Veröffentlichung meines Namens bin ich/ist der Beschenkte einverstanden (Internet, Tafel in der Kirche).

Als Pate werde ich zum Stand der Restaurierungsarbeiten informiert.

Selbstverständlich geben wir Ihre Daten nicht an Dritte weiter und verwenden diese nur im Rahmen der Patenschaft. Dieser Nutzung können Sie jederzeit widersprechen.

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Den Patenschaftsbeitrag können Sie im Gemeindebüro bezahlen oder überweisen auf das Spendenkonto:

Ev. Kirchengemeinde St. Sylvestri und Liebfrauen Wernigerode
IBAN: DE 61 800 635 084 040 518 400
BIC: GENODEF1QLB, Harzer Volksbank eG
Verwendungszweck: Spende Sauer-Orgel,
Patenschaft [Name, Vorname, Reg.-Nr.,Tonname]

Patenliste

An dieser Stelle wollen wir demnächst alle Paten, die dem zugestimmt haben, veröffentlichen.

[Stand: 27.4.2016]

Ausführliche Hintergrundinformationen

Orgelstadt Wernigerode

Wernigerode ist eine ganz besondere Orgelstadt: Die Gunst der (Vermögens-)Verhältnisse in der Gründerzeit brachte es mit sich, dass hiesige Kirchengemeinden im 19. Jahrhundert die besten deutschen Orgelbauer ihrer Zeit dazu verleiten konnten, Instrumente zu bauen. Das ruhmreiche „Dreigestirn“ des deutsch-romantischen Orgelbaus – Ladegast, Sauer, Walcker – bereicherte die „bunte Stadt am Harz“ um fantastische spätromantische Klangfarben.

Friedrich Ladegast baute eine seiner schönsten Orgeln in der Johanniskirche, Wilhelm Sauer schuf eine beeindruckende Orgel in der barocken Liebfrauenkirche und aus der weltberühmten Ludwigsburger Orgelbauwerkstatt Walcker kam die ungewöhnliche, von englischen Vorbildern beeinflusste Orgel der neugotischen Schlosskapelle.

 

Wilhelm Sauer

Wilhelm Sauer war – neben Ladegast und Walcker – einer der bedeutendsten Orgelbauer in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er baute mit seinen Mitarbeitern über 1100 Orgeln. Seine größten und bekanntesten Orgeln befinden sich z. B. im Berliner Dom und in der Leipziger Thomaskirche. Die 1913 erbaute Orgel in der Breslauer Jahrhunderthalle war zu dieser Zeit eine der größten Orgeln der Welt! Auch im Ausland schuf er klangvolle Orgelwerke, z. B. in Amsterdam, in Moskau und in Jerusalem in der Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg.

 

Die Orgel der Liebfrauenkirche

Die wertvolle historische Sauer-Orgel in der Liebfrauenkirche Wernigerode ist in einem traurigen Zustand. Viele der unzähligen mechanischen Bauteile der Orgel sind abgenutzt oder beschädigt und können ihre Funktion nicht mehr zur Genüge erfüllen. Im Orgelinneren finden sich Schmutz, Schimmel, giftige Rückstände von Holzschutzmitteln.

Die "Königin der Instrumente" wurde das letzte Mal Anfang der 80er-Jahre gereinigt, manche Bauteile, wie das Innere der Spieltischanlage wurden sogar seit der Erbauung 1883 noch nicht wieder gewartet. Eine Generalreinigung ist üblicherweise alle 20 Jahre erforderlich und sehr aufwendig: Um auch das Innere der rund 1800 Pfeifen zu reinigen, muss die gesamte Orgel vorsichtig auseinander genommen werden.

Mittlerweile ist die Sauer-Orgel mehr schlecht als recht spielbar: Stimmung und Intonation der Pfeifen leiden durch die Verschmutzungen; durch Fehler in der Mechanik erklingt mancher Ton, wenn er nicht soll und umgekehrt. Daher wollen wir die Generalreinigung und -reparatur nun so bald wie möglich angehen.

Wenn Pfeifen verschmutzt sind, sind sie verstimmt

Im Laufe der Zeit wurden viele historische Orgeln immer wieder umgebaut, dem Geschmack der Zeit angepasst und nicht selten dabei bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. An der Sauer-Orgel jedoch wurden glücklichweise nicht allzu viele klangliche Veränderungen vorgenommen, ein Großteil der Orgel ist unverändert erhalten geblieben und heute ein schützenswertes, kostbares Klangdenkmal.

Die Kirchengemeinde St. Sylvestri und Liebfrauen möchte nun die schon lange anstehenden Reinigungsarbeiten mit einer Rekonstruktion der verlorengegangenen oder später umgebauten Register verbinden, um so dem hervorragenden Werk des bedeutenden Orgelbauers Wilhelm Sauer wieder seine originale Klangpracht zurückzugegeben. So sollen die Pfeifen des Cello 8' im Pedal, die 1937 abgesägt und in eine Oktave 4' umgebaut wurden, wieder in ihren spätromantischen Originalzustand zurückgeführt werden. Die Gambe 8' im Hauptwerk und das Salicional 8' im Schwellwerk indes sind gänzlich verloren und sollen rekonstruiert werden.

Disposition der Orgel

Erbaut 1883 von Wilhelm Sauer (Opus 401) im barocken Prospekt der Vorgängerorgel.

Heutige, teilweise veränderte Disposition:

Hauptmanual (C - f''')

Bordun 16'
Principal 8'
Flûte harm. 8'
Gedact-Floete 8'
Rohrfloete 4'
Gemshorn 4'
Octave 4'
Quinte 2 ²/3' (1883: Gambe 8')
Octave 2' (1883: Rauschquinte 2 ²/3' - 2')
Mixtur 5-fach
Cornett 4-fach
Trompete 8'

Obermanual (C - f''')

Gedact 16'

Principal 8'
Aeoline 8'
Voix Celeste 8'
Rohrfloete 8'
Fugara 4'
Traversfloete 4'
Nachthorn 2' (1883: Salicional 8')
Progressiv 2-3fach
Clarinette 8'

Pedal (C - d')

Subbass 16'
Violon 16'
Contrabass 16'
Quintbass 10 2/3'
Principal 8'
Gedact 8'
Octave 4' (1883: Cello 8')
Posaune 16'

mechanische Kegellade

Spieltisch freistehend

Pedalcoppel I. Man.
Pedalcoppel II. Man.
Manualcoppel
Combinationspedal
Tutti
Schwelltritt (II. Manual)

 

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Fotos: © www.grafikdesign-goedecke.de (16), www.sauer-wr.de (2).